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IG Metall Schwäbisch Gmünd

IG Metall Geschäftsstelle Schwäbisch Gmünd



Steelcase Werndl Durlangen

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27.10.2013 Breiter Protest gegen die geplante Schließung von Steelcase in Durlangen auf IG Metall-Mitgliederversammlung. Große Unterstützung kommt von der Politik. Jetzt werden Unterschriften gesammelt.

Der Saal in Durlangen platzte aus allen Nähten. Fast hundert Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Steelcase folgten am 26. Oktober 2013 der Einladung der IG Metall ins Gasthaus Krone in Durlangen. Thema: Die angekündigte Schließung des Standortes und die Verlagerung der Produktion nach Tschechien.

Die Nachricht sei völlig überraschend gekommen, sagte die zuständige Gewerkschaftssekretärin Felicitas Nick von der IG Metall, denn die Produktion in Durlangen sei gut ausgelastet und profitabel. Die Ankündigung des Konzerns sei eine Katastrophe für die Beschäftigten, ihre Familien, für die Gemeinde Durlangen und die ganze Region. Die IG Metall wolle gemeinsam mit den Betroffenen alles Erdenkliche tun, um den Standort und die Arbeitsplätze zu erhalten. "Wir wollen die Schließung nicht widerspruchslos hinnehmen. Denn wer kämpft, kann verlieren. Wer nicht kämpft, hat schon verloren." Dies unterstrich auch Peter Yay-Müller, Zweiter Bevollmächtiger der IG Metall Schwäbisch Gmünd, und sicherte den Kolleginnen und Kollegen die geballte Unterstützung der IG Metall zu. Dies schließe auch ein, mit erweiterten Handlungsmöglichkeiten einen Sozialtarifvertrag durchzusetzen. Mit Geschlossenheit, Durchhaltevermögen und vor allem einem gutem Organisationsgrad lasse sich viel mehr erreichen. Zu gegebener Zeit werde dies mit den IG Metall-Mitgliedern besprochen.

Der Durlanger Bürgermeister Dieter Gerstlauer sagte den Anwesenden Solidarität und Unterstützung zu ebenso wie die Landtagsabgeordneten Klaus Maier (SPD) und Stefan Scheffold (CDU). In ihren Grußworten brachten die drei Gäste ihr Unverständnis über das Vorgehen von Steelcase zum Ausdruck. Es sei nicht üblich und eines Weltkonzerns unwürdig, ohne vorherige Gespräche oder Ankündigungen die Beschäftigten und die Gemeinde vor vollendete Tatsachen zu stellen, erklärte Gerstlauer.

Klaus Maier, MdL SPD, ermutigte die Beschäftigten, die Hoffnung nicht zu verlieren. In seiner Zeit als Bürgermeister von Heubach habe er erfahren können, dass Unternehmen aus Qualitätsgründen mit der Verlagerung der Produktion ins Ausland gescheitert seien. Sowohl in einem persönlichen Gespräch als auch in einem Brief habe er Baden-Württembergs Wirtschaftsminister Nils Schmid über die Situation informiert und ihn gebeten, in Kontakt mit der Firma Steelcase Werndl Alternativen aufzuzeigen.

Bisher gebe es keine Anhaltspunkte, dass Steelcase für den Aufbau der Produktion in Tschechien mit europäischen Subventionen unterstützt werde, konnte Stefan Scheffold, MdL CDU, berichten, er habe dies bereits in Brüssel und Straßburg abklären lassen. Er forderte die Geschäftsleitung auf, nun die Betroffenen umfassend zu informieren und aufzuklären, was sie in welchem Zeitrahmen plane.

Betriebsratsvorsitzender Tobias Bucher erinnerte an die finanziellen Beiträge, die die Belegschaft seit acht Jahren zur Standortsicherung erbracht habe. Steelcase hingegen sei in den vergangenen Jahren nicht davor zurückgeschreckt, drei Werke in Frankreich zu schließen, die Verluste geschrieben hätten. Daher bliebe dem Betriebsrat noch ein wenig Hoffnung, in Durlangen eine Wende herbeizuführen und so gut wie möglich herauszukommen. Am kommenden Mittwoch finde das erste Gespräch mit der Geschäftsleitung statt, an dem auch die IG Metall sowie ein Rechtsanwalt teilnähmen.

Der Betriebsrat hat bereits eine Protestaktion gestartet. Betroffene und ihre Angehörigen, vor allem die Kinder, sollen mit Briefen oder selbst gemalten Bildern ihre Nöte und Sorgen wegen der beabsichtigten Betriebsschließung äußern. Diese werden in das firmeneigene Netzwerk eingestellt, um Druck aufzubauen.

Mit großer Zustimmung aller Anwesenden wurde ein Vorschlag von Felicitas Nick angenommen, die Verantwortlichen von Steelcase in einem offenen Brief zur Rücknahme der Schließungspläne aufzufordern. In den nächsten zwei Wochen sollen möglichst viele Menschen mit ihrer Unterschriften diesen offenen Brief unterstützen. Wenn umfassende Informationen über die Pläne des Unternehmens vorliegen, werden Betriebsrat und IG Metall weitere Schritte vorschlagen und mit der Belegschaft bzw. der Mitgliedschaft beraten.

Letzte Änderung: 28.10.2013


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