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IG Metall Schwäbisch Gmünd

IG Metall Geschäftsstelle Schwäbisch Gmünd



Beschäftigung gesichert

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15.12.2009 Im Bereich der IG Metall Schwäbisch Gmünd sind rund 8.000 von 12.600 Arbeitsplätzen durch tarifliche Vereinbarungen gesichert.

Die Unternehmen der Metall- und Elektroindustrie sind massiv von der Wirtschaftskrise betroffen: 2009 ist die Produktion um ein Viertel eingebrochen. Der Umsatz ist ebenfalls stark gesunken. Trotzdem konnten Massenentlassungen bisher verhindert worden. Im Vergleich zum Jahr 2008 sank die Zahl der Beschäftigten um 2, 4 Prozent. Das meldete unlängst das Statistische Bundesamt.

Dass die Beschäftigung nicht in gleichem Maße abstürzte wie Umsatz und Produktion, das ist im wesentlichen dem Engagement und Einsatz der IG Metall auf allen Ebenen sowie den gewerkschaftlichen Vertrauensleute und Betriebsräten zu verdanken.

Im Bereich der IG Metall Schwäbisch Gmünd können zurzeit rund 8.000 Menschen in der Gewissheit leben, dass ihr Arbeitsplatz durch Standort- und Beschäftigungssicherungstarifvertrag geschützt ist. Die Beschäftigten der ZF Lenksysteme können bis zum Jahresende 2010 auf eine tarifvertragliche Zusage bauen. In vielen anderen Betrieben, zum Beispiel TRW Automotive, Autohaus Daimler, Erhard Automotive oder Pfleiderer Holzwerkstoffe reicht die Zusage ebenfalls bis Ende 2010. Für die Arbeitsplätze bei Leicht Küchen gibt es sogar eine Garantie bis Mitte 2012.

Nicht alle geplanten Kündigungen konnten verhindert werden, so die Bilanz von Peter Müller, 2. Bevollmächtigter der IG Metall in Schwäbisch Gmünd, aber immerhin hat die IG Metall vor Ort gemeinsam mit den Betriebsräten in 135 Fällen dafür gesorgt, dass der Kündigungsbrief ungeschrieben blieb.

Ein weiterer Erfolg: Waren Kündigungen nicht zu verhindern, hat die IG Metall dazu beitragen, dass den Betroffenen in einer Beschäftigungsgesellschaft Hilfe angeboten und der Gang zur Arbeitsagentur hinausgeschoben wurde. Bei Absicherung von etwa 80 Prozent des Einkommens.

Schauen wir ein Beispiel genauer an: Ritz Pumpen

Im Dezember 2008 informierte die Geschäftsleitung von Ritz den Betriebsrat über ihre Absichten, 20 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern noch im selben Jahr betriebsbedingt zu kündigen. Die Auftragslage sei drastisch eingebrochen, die Erlöse nicht ausreichend, daher sei die Geschäftsleitung zu diesem Schritt gezwungen. Der Betriebsrat jedoch war mit dieser Entscheidung der Geschäftsleitung nicht einverstanden und hielt dagegen.

Mit Hilfe der IG Metall und eines externen Wirtschaftsberaters vom IMU-Institut Stuttgart analysierte der Betriebsrat die Situation des Unternehmens aus Sicht der Beschäftigten und erarbeitete seine Verhandlungsstrategie. Was dann folgte, war eine intensive Verhandlungsphase. Drei Monate lang trafen sich die Betriebsparteien immer wieder mit der IG Metall und dem IMU Institut Stuttgart zu Gesprächen.

Bemerkenswert: Bei allen Entscheidungen von Tragweite, die Betriebsrat und IG Metall zu treffen hatten, wurden die IG Metall Mitglieder in eigens einberufenen Mitgliederversammlungen ausführlich informiert und befragt.

Nicht über die Köpfe der Betroffenen hinweg, erklärte Betriebsratsvorsitzender Thimo Schabel, sollten Konzepte zum Überleben des Unternehmens entwickelt werden, sondern mit ihnen gemeinsam. In der erwiesenermaßen schwierigen wirtschaftlichen Situation des Unternehmens könne nur eine gemeinsame Kraftanstrengung helfen. Das Erfahrungs- und Prozesswissen der Beschäftigten sei unverzichtbar, daher seien betriebsbedingte Kündigungen der Anfang vom Ende eines traditionsreichen Unternehmens.

Mit den Ergebnissen der Verhandlungen sind die Beschäftigten zufrieden:

  • Betriebsbedingte Kündigungen sind in den Jahren 2009 und 2010 zu vermeiden. Stattdessen sollen sogenannte "weiche" freiwillige Maßnamen zum Beschäftigungsabbau bis Ende 2010 greifen: Abfindungen, freiwillige Aufhebungsverträge und Angebot einer Beschäftigungsgesellschaft.
  • In den folgenden Jahren 2011 und 2012 darf die Geschäftsleitung weitere betriebsbedingte Kündigungen nur mit ausdrücklicher Zustimmung des Betriebsrats aussprechen. (Üblich ist, dass der Betriebsrat angehört wird, aber kein Vetorecht hat.) Außerdem werden alle Auszubildenden zunächst für 6 Monate übernommen. Es gilt auch weiterhin eine festgelegte Ausbildungsquote.
  • Um den Auftragsrückgang auffangen zu können, wird Kurzarbeit eingeführt. Währenddessen werden Qualifizierungsmaßnahmen durchgeführt, zum Beispiel KVP oder zur CNC-Steuerung. 40 Stundenverträge wurden auf 35 Stunden abgesenkt.
  • Es wird gemeinsam mit dem IMU-Institut ein Innovationsprojekt durchgeführt. In Workshops und unter Einbeziehung der Beschäftigten werden Innovations- und Verbesserungspotenziale identifiziert. Ein Steuerkreis aus Unternehmensleitung, Betriebsrat und IG Metall entscheidet auf Grundlage der Ergebnisse u.a. über Insourcing von Aufträgen sowie über Investitionen. Bei Nichteinigung ist die Anrufung einer Einigungsstelle möglich.
  • Beschäftigtenbeiträge: Tariferhöhungen wurden verschoben von Februar 2009 auf Juni 2009 und von Mai 2009 auf Dezember 2009. Im Jahr 2009 erhalten die Beschäftigten nur je 40 Prozent vom Urlaubs- und Weihnachtsgeld, mindestens jedoch 1.600 Euro brutto (2 x 800 Euro). Dieser Betrag wird jedoch aufgestockt, sollten positive Planwerte erreicht werden.
  • Gesellschafter, Geschäftsführer und Leitende Angestellte bringen entsprechende Beiträge ein.

Anhang:

Wer wird Millionär?

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Letzte Änderung: 27.01.2010


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IG Metall Schwäbisch Gmünd | Türlensteg 32 | D-73525 Schwäbisch Gmünd
Telefon: +49 (7171) 92754-0 | Telefax: +49 (7171) 92754-55 | | Web: www.schwaebisch-gmuend.igm.de

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